Geschichte des Heiligenberges

ca. 13.000 vor Chr.

Klimawandel beginnt – mehrere hundert Meter dicke Eisschickt schmilzt ab

ca. 500 vor Chr.

vermuteter Beginn der Besiedlung

451/452 nach Chr.

Hunneneinfälle – mögliche Entstehung der noch vorhandenen Wallanlage

782

Kaiser Karl d.Gr. hält Blutgericht zu Verden. Sachsenhäuptling Widukind der Sage nach zeitgleich auf Heiligenbergs „Widukindsporn“

858

Bremer Erzbischof Ansgar weiht Stift Bassum

882

Bremer Erzbischof Rimbert weiht Stift Bücken

1142

Oldenburger Erbteilung führt zur Entstehung der Grafschaft Oldenburg-Bruchhausen, die später in Alt- und Neubruchhausen geteilt wird.

1180

Die Oldenburger werden reichsunmittelbare Grafen

1210

Osnabrücks Bischof Gerhard I. von Oldenburg-Bruchhausen wird Erzbischof von Bremen und Hamburg – kann das Amt aber nicht antreten. Bischof Waldemar (ein dänischer Prinz) bleibt mit Unterstützung des welfischen Kaisers Otto IV. im Bremer Amt.

1216

Münsters Bischof Otto I. von Oldenburg-Bruchhausen (ein Bruder Gerhards) kehrt aus welfischer Gefangenschaft zurück, stiftet all seinen Besitz, nimmt 1217 am Kreuzzug teil und stirbt März 1218 in Caesarea

1216

Erzbischof Gerhard I. - zuweilen in Heiligenberg – wartet sechs Jahre nach seiner Wahl immer noch darauf das Bischofsamt in Bremen antreten zu können. Er gelobt bremischer Überlieferung nach die Heiligenberg-Stiftung wenn Bischof Waldemar aus Bremen vertrieben wird

1216/1217

angenommene Stiftung Heiligenbergs an den Prämonstratenserorden durch Graf Gebhard I. von Wernigerode

1218

vermutete Entstehung des Prämonstratenserstifts Heiligenbergs

1217

Bischof Gerhard I. kann sein Amt in Bremen antreten – entzieht das Patronat über die Vilser Kirche dem Bremer Domkapitel und überträgt es Heiligenberg.

1223

Ältester urkundlicher Nachweis der Existenz des Stifts Heiligenberg

1313

Heiligenberger Ordensleute gründen das Tochterstift Heiligenthal bei Lüneburg

1338

Graf Gerhard III. von Hoya kauft die Grafschaft Altbruchhausen und wird Schutzvogt Heiligenbergs

1356 bis 1361

Die Pest rafft fast die Hälfte der Bevölkerung dahin.

1504

Der Schutzvogt – Graf Jobst I. von Bruchhausen und Hoya – gibt seine Unabhängigkeit auf und unterstellt sich der Lehnshoheit des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg

1512

Die Herzöge Heinrich der Ältere und Heinrich der Mittlere erobern die Grafschaft Hoya. Graf Jobst II. flieht mit seiner Familie nach Ostfriesland.

1517

Reformator Martin Luther schlägt seine Thesen in Wittenberg an.

1519

Graf Jobst II. erhält seine Grafschaft nach Zahlung von 36.000 Gulden wieder - als welfisches Lehen.

1523

Der Schutzvogt - Graf Jobst II. - fordert Heiligenberg zur Annahme der Reformation auf.

1526

Graf Jobst II. wiederholt „nachdrücklich“ seine Aufforderung zur Annahme der Reformation.

1528

Herzog Ernst I. ordnet die Reformation für sein Herrschaftsgebiet an.

1530

Abt Johann von dem Bussche setzt sich nach Schinna ab.

1535

Auflösung des Prämonstratenser-Konvents Heiligenberg - 6 Stiftsherren bleiben.

1543

Säkularisierung Heiligenbergs und Umwandlung in Vorwerk der Domäne Bruchhausen

1561

Prinzessin Katharina von Oldenburg heiratet Graf Albrecht II. von Hoya und Bruchhausen. Im Ehevertrag wird der künftigen Gräfin das Amt Altbruchhausen mit Heiligenberg als Leibgedinge verschrieben.

1563

Katharina wird Witwe und macht Heiligenberg zum Steinbruch für den Ausbau ihrer Residenz auf dem Gelände der einstigen Wasserburg Bruchhausen.

1600

Die Mauern Heiligenbergs werden „gesprenget und niedergelegt“.

1607

Die Ruinen werden eingeebnet – bis auf das Vorwerksgebäude.

1620

Katharina stirbt – Drost Anton v.d. Streithorst nimmt Heiligenberg im Handstreich für die Welfen in Besitz.

1645

Herzog Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg entdeckt Heiligenberg als Revier für die Reiherjagd.

1648

Ende des 30-jährigen Krieges – Herzog Georg Wilhelm tritt Nachfolge Christian Ludwigs an und wertet Bruchhausen zur Sommerresidenz auf.

1705

Herzog Georg Wilhelm stirbt – Heiligenberg gerät in Vergessenheit.

1794

„Bauernkönig“ Georg III. von England und Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg macht das Vorwerkshaus zum Sitz eines Reitenden Försters und teilt das Land 12 Anbauern zu. Der Förster bekommt Schankerlaubnis, da Heiligenberg inzwischen beliebtes Ausflugsziel und Ort vieler Chorkonzerte ist. Start der traditionellen Pfingstkonzerte.

1863

Fest des Weser-Sängerbundes

1888

Gründung des Männer-Gesang-Vereins Heiligenberg

1892

Gründung des Schützenvereins Heiligenberg-Homfeld

1904

Gründung des Verschönerungsvereins Vilsen (V.V.V.) - Inangriffnahme des Projektes Freilichtbühne

1910

Freilichtbühne Heiligenberg feiert mit Rosenfest ihre erste Premiere

1944/45

Volkssturm und Hitlerjugend graben einen "Gaubefehlsstand" in die Südseite Heiligenbergs

1958

Erste Erkundungsgrabung am westlichen Hauptwall ist Exkursionsziel des Int. Archäologie-Kongresses Hamburg

1962

Försterei Heiligenberg wird geschlossen

1966

Restaurant & Hotel "Forsthaus Heiligenberg" eröffnet

1967

Mit "Swienskomödie" verabschiedet sich die Freilichtbühne

1998

Familie Brüning übernimmt "Forsthaus Heiligenberg"

2011

Planung eines Gästehaus-Neubaues ruft Archäologen auf den Plan und führt zum Fund von Siedlungsspuren aus dem 9. Jahrhundert.